Kapitel 05 · Entwickeln
5.4Entwickeln lernen
Der Leitfaden zur Bildbearbeitung erklärt direkt neben dem Foto, wie die Regler in „Entwickeln“ wirken, welche Versuche sinnvoll sind und wie Frames das Bild verarbeitet.
? blendet Hilfeschaltflächen neben Reglern und Werkzeugüberschriften ein. Erst ein Klick auf ein Fragezeichen öffnet die Erklärung; bloßes Darüberfahren mit dem Mauszeiger genügt nicht. Leitfaden zur Bildbearbeitung oberhalb des Prozessschalters öffnet ein durchsuchbares Verzeichnis der Anpassungen und Werkzeuge. Alle Werkzeuge führt von jeder Erklärung dorthin zurück. Handbuchkapitel lesen öffnet das passende Kapitel im mitgelieferten Handbuch. Nach dem Schließen der Erklärung stehen die Tastenkürzel für die Fotobearbeitung wieder zur Verfügung. Der Leitfaden ist offline verfügbar; Symbole kennzeichnen die Werkzeuge im Verzeichnis und in den Artikeln.
Als Fenster öffnen löst den Leitfaden in ein separates Fenster mit veränderbarer Größe. Wieder anheften ordnet ihn wieder der ursprünglichen Hilfeschaltfläche zu, sofern diese im Hilfemodus noch sichtbar ist. Andernfalls öffnet der nächste Klick auf eine Hilfeschaltfläche ein Popover. Suchanfrage, aktueller Artikel und Verlauf bleiben erhalten. Hilfe › Leitfaden zur Bildbearbeitung öffnet ihn auch außerhalb von „Entwickeln“ und ohne ausgewähltes Foto. Das Menü „Fenster“ führt den Leitfaden ebenfalls auf.
Ein Klick auf den Stern markiert einen Artikel als Favorit. Favoriten beschränkt das Verzeichnis auf diese Artikel; die Auswahl bleibt über App-Starts hinweg erhalten. Zurück und Vorwärts stellen zuvor besuchte Artikel samt Suchanfrage und Favoritenfilter wieder her. Beim Tippen entsteht nicht für jeden Buchstaben ein eigener Verlaufseintrag. Ein neues Ziel nach „Zurück“ beginnt einen neuen Verlaufszweig. Alle Werkzeuge löscht die Filter und öffnet das Verzeichnis.
Die Bildidee als Ausgangspunkt. Ein Gesicht, die Lichtstimmung, eine Oberflächenstruktur oder die Beziehung zwischen Motiven können die Bearbeitung bestimmen. Eine sinnvolle Reihenfolge ist: zunächst Zuschnitt und Ausrichtung, dann Weißabgleich und Gesamthelligkeit, anschließend Tonwertabstufung, Farbe und lokale Anpassungen. Schärfung, Rauschunterdrückung und abschließende Effekte lassen sich danach beurteilen. Dabei muss nicht jeder Regler verändert werden.
Belichtung und Tonwerte. Der Belichtungsregler arbeitet in Blendenstufen: +1 verdoppelt die linearen Lichtwerte, −1 halbiert sie vor der weiteren Tonwertverarbeitung. Er verändert die Wiedergabe, nicht die Zahl der bei der Aufnahme erfassten Photonen. Das Aufhellen unterbelichteter Schatten macht sowohl Bildsignal als auch Rauschen sichtbarer. Sind alle relevanten Sensorkanäle übersteuert, lassen sich die ursprünglichen Strukturen und Farben durch keine Anpassung zuverlässig rekonstruieren.
Als Bezug für die Belichtung dient das wichtige Motiv. „Lichter“ und „Schatten“ formen größere helle und dunkle Bereiche; „Weiß“ und „Schwarz“ setzen die Endpunkte. Kontrast verstärkt oder verringert die Tonwerttrennung um einen festen Mittelpunkt. Dieser liegt in Frames bei 50 % linearem Licht, nicht beim Reflexionsgrad von 18 % einer fotografischen Graukarte. Die Tonwertkurve erlaubt feinere Eingriffe: Steile Abschnitte verstärken die Trennung, flache komprimieren sie. Ein angehobener Schwarzpunkt erzeugt eine matte Wiedergabe; stark zusammengedrängte dunkle Werte können Strukturen verschwinden lassen.
Die Dimensionen der Farbe. Farbton beschreibt die Farbrichtung, Sättigung die Intensität gegenüber neutralem Grau und Helligkeit die wahrgenommene Hell-Dunkel-Lage. Im fertigen Bild wirken diese Eigenschaften zusammen. Ein unerwünschter Farbstich in neutralen Flächen lässt sich zunächst mit dem Weißabgleich korrigieren. Temperatur wirkt ungefähr entlang der Farbtemperatur des Lichts, Tönung entlang der Grün-Magenta-Achse. Ein höherer Kelvin-Wert bei RAW setzt bläulicheres Aufnahmelicht voraus und gleicht es mit einer wärmeren Wiedergabe aus. JPEG und HEIC erhalten dagegen relative Änderungen von Wärme und Tönung.
Dynamik verändert die Farbintensität selektiv, Sättigung allgemeiner. Beide wählen keine Objekte aus. Der Farbmischer verändert passende Farbbereiche überall im Foto; eine Maske begrenzt die Wirkung, wenn ein ähnlich gefärbtes Objekt unverändert bleiben soll. RGB-Kanalkurven können neben der Helligkeit auch den Farbton verändern: Rot steht Cyan gegenüber, Grün Magenta und Blau Gelb. Starke Farbänderungen können den Ausgabefarbraum überschreiten. Deshalb zählt neben der Arbeitsvorschau auch die Prüfung der vorgesehenen Ausgabe.
Details abwägen. In der 100-%-Ansicht lassen sich feine Haare oder Stoffstrukturen mit einer gleichmäßigen Schattenfläche vergleichen. Luminanz-Rauschunterdrückung reduziert Helligkeitsschwankungen, Farbrauschunterdrückung farbige Sprenkel. Beide schätzen ein saubereres Signal und können dabei echte feine Strukturen verlieren. Schärfung erhöht den Kantenkontrast, erzeugt aber keine zusätzliche optische Auflösung. „Details“ steuert eine decoderabhängige Verarbeitung; der Wert ist weder ein allgemeiner Radius noch ein Maß für wiedergewonnene Information. Moiré-Reduktion unterdrückt falsche Muster aus der Abtastung feiner, wiederholter Strukturen. Nicht erfasste Information kann sie nicht eindeutig rekonstruieren.
Die RAW-Lichterwiederherstellung arbeitet im Decoder und kann noch vorhandene Informationen einzelner Kanäle nutzen. Der spätere Regler „Lichter“ formt dagegen bereits dekodierte Tonwerte. Lokales RAW-Tonemapping steuert die Schattenaufhellung des Decoders unabhängig von „Schatten“ und „Klarheit“ in Frames. Sichtbar sind nur die von Datei und Decoder unterstützten Regler. RAW-Weißabgleich und RAW-Details wirken global und bilden die dekodierte Grundlage vor den maskierten Anpassungen.
Durch Vergleichen lernen. Eine deutliche Reglerbewegung macht die Wirkung erkennbar; anschließend lässt sich ein passender Wert einstellen. Der Bypass einer Gruppe ermöglicht einen direkten Vergleich, „Rückgängig“ nimmt einen Versuch zurück. Versionen halten verschiedene Interpretationen fest. Zur Beurteilung gehören sowohl die gesamte Komposition als auch Details bei 100 %. Korn und Schärfung sollten außerdem in der endgültigen Ausgabegröße geprüft werden. Eine stärkere Bearbeitung ist nicht automatisch genauer oder ausdrucksstärker.
Die Erläuterungen im Leitfaden beziehen sich auf die Verarbeitung in Frames. Hintergrundinformationen bieten Apples Dokumentation zum lokalen RAW-Tonemapping und die ICC-Erläuterung zu Weißabgleich und Farbwiedergabe.
Siehe Weißabgleich, Die Tonwertkurve, Wie aus einer RAW-Datei ein Bild wird, Was eine Maske ist.